Osteopathie

Ganzheitliche Diagnose- und Behandlungsmethode



Der Mensch ist eine Einheit aus Körper, Seele und Geist.
Knochen, Muskeln, innere Organe, Gewebe, Nerven und Körperflüssigkeiten (Blut, Lymphe, Hirn- und Rückenmarksflüssigkeit) sind durch Kreisläufe miteinander verbunden, die Botschaften und Körperreaktionen weiterleiten. Auch die Faszien (Häute, die Muskeln, Knochen, Organe und Blutgefäße umkleiden) dienen als Verbindungs- und Übertragungsweg.

Es entstehen enge Wechselbeziehungen zum Beispiel zwischen dem Bewegungsapparat und den inneren Organen. Werden diese Wechselbeziehungen gestört, kommt es zu Befindlichkeitsstörungen und im schlimmsten Fall zu einer Krankheit.


Der Körper ist imstande, sich selbst zu regulieren, zu heilen und gesund zu erhalten.
Der Körper kann störende Einflüsse wie Stress, Verletzungen oder Krankheitserreger neutralisieren und auch kompensieren. Das geschieht oft unbewusst und auf sehr unterschiedliche Weise. Das funktioniert aber natürlich nicht immer. Schon A. T. Still, 1874 der Begründer der Osteopathie, schrieb in seiner Autobiografie: „Krankheiten können entstehen, wenn die Abwehr- und die Selbstheilungskräfte eines Menschen durch viele kleine Belastungen erschöpft sind.“ Ist es dazu gekommen, ist qualifizierte Hilfe erforderlich.


Struktur und Funktion beeinflussen sich wechselseitig.
Funktionen sind die physiologischen Prozesse wie zum Beispiel die Durchblutung, die Verdauung, die Kontraktion und Entspannung eines Muskels. Auch die seelische und geistige Energie wirken hier mit. Ein Mehr an Funktion ergibt ein Mehr an Struktur und umgekehrt. Muskeln dienen dazu, Bewegungen auszuführen. Ihre spezifische Struktur erlaubt ihnen, genau diese Funktion wahrzunehmen. Je mehr ein Muskel gefordert wird – also je mehr Funktion ihm abverlangt wird – desto größer und stärker wird er. Beispiele sind der Bizepsmuskel und das Sportlerherz.

Der Osteopath sucht mit seinen geschulten Händen nach versteckten Bewegungsverlusten und Funktionsstörungen, unabhängig davon, wo Sie Ihre Beschwerden haben, indem er den Ihren ganzen Körper von Kopf bis Fuß untersucht und anschießend auch behandelt.

Therapie

Sanftes Heilen mit den Händen
Ich beginne Ihre Therapie mit einer intensiven Befragung Ihrer Vorgeschichte. Jeder Eingriff, Unfall, Sturz und jede Krankheit, mit der Ihr Körper schon konfrontiert wurde und die evtl. zu Kompensationen geführt haben, ist dabei wichtig.

Mit den Händen erspüre ich die Beweglichkeit, Elastizität und Biegsamkeit der Knochen und von sämtlichem Gewebe, die Organe mit eingeschlossen. So suche ich die versteckten Bewegungsverluste, die zu Ihren Beschwerden führen. Wenn ich die versteckten Bewegungsverluste gefunden habe, beginnt die Behandlung mit gezielten osteopathischen Techniken und schmerzfreien Impulsen. Hierdurch wird der Körper bzw. das Gewebe wieder angeregt, seine ursprüngliche Grundspannung und Balance wieder selbst zu regulieren. So werden die Selbstheilungskräfte im Körper wieder aktiviert.

Die Anzahl der Behandlungen hängt von der Komplexität Ihrer Beschwerden und Ursachen ab.

Anwendung

Wie sinnvoll ist Osteopathie und für wen?
Bei allen Funktionsstörungen (Bewegungseinschränkungen, Organstörungen usw.) kann Osteopahie eingesetzt werden. Akute Erkrankungen wie Knochenbrüche, Herzinfarkte, Tumore, Infektionen und schwere psychische Ekrankungen gehören nicht zum unmittelbaren Einsatzbereich dieser Therapie. Dennoch kann eine begleitende osteopathische Behandlung hier durchaus unterstützend und vorbeugend sein.

Mit Osteopathie können Menschen jeden Alters und jeder Konstitution mit Erfolg therapiert werden. Insbesondere Babys und Kinder können während des Wachstums gut unterstützt werden. Älteren Menschen kann durch Osteopathie geholfen werden, in ihrer Mobilität zu bleiben und Schmerzen zu lindern.

Cranio-Sacral-Therapie

Dieses Teilgebiet der Osteopathie wurde von Dr. William Garner Sutherland (Schüler von A. T. Still) entwickelt. Er untersuchte den Schädel des Menschen und entwickelte eine Methode, mit der der rhythmische Fluss des Gehirnwassers ertastbar wird. Nach der osteopathischen Lehre ist dieser Rhythmus, wie etwa Herzschlag und Atem, ein eigenständiger Körperrhythmus, der durch die an- und abschwellende Bewegung des Gerhirnwassers zustande kommt.

Die Cranio-Sacral-Therapie befasst sich also mit dem Schädel, dessen Rhythmus osteopathisch gesehen allen anderen Körper-Rhythmen vorausgeht und sie beeinflusst. Das cranio-sacrale System steht also in engem Zusammenhang mit dem ganzen Körper, und deshalb können Störungen negative Auswirkungen auf Organe, Muskeln, Knochen sowie das Nerven-, Gefäß- und Hormonsystem haben.

Mit der cranio-sacralen Therapie können Störungen ertastet und durch meist sehr sanften Druck auf den Schädel oder bestimmte Körperregionen normalisiert werden. Damit kann eine allgemeine Stärkung der Vitalfunktionen und Ausgleich bei Spannungszuständen bewirkt werden. Besonders bei Erkrankungen des zentralen Nervensystems konnte eine positive Beeinflussung durch diese Therapie festgestellt werden.

Kinder-Osteopathie

Kinder kommen oft mit sichtbaren, aber auch unsichtbaren Störungen bzw. Unregelmäßigkeiten zur Welt – zuweilen auch verursacht beim Geburtsvorgang – die ihnen von Anfang an und auch später Schwierigkeiten bereiten. Weil ihre jungen Körper ein enormes Regenerationsvermögen besitzen, das weitaus größer als das Erwachsener ist, „reparieren“ sie manches selbst.

Aber dieser Regenerationsmechanismus hat auch einen Nachteil: Im Bemühen um Perfektion kann er mit der Beseitigung von Fehlspannungen so beschäftigt sein, dass die Kraft für andere wichtige Entwicklungen fehlt. Dadurch können schon kleine Störungen, wenn sie nicht erkannt und behandelt werden, ein Leben lang bestehen bleiben und zu nachhaltigen Beeinträchtigungen führen. Schon kleinste Blockaden und Asymmetrien können zu ernsthaften Problemen anwachsen.

Osteopathie kann hier sehr hilfreich sein - gerade bei Babys und Kindern sogar sehr wirkungsvoll. Der Osteopath ertastet mit seinen Händen Störungen der Wechselbeziehungen in der Gewebebalance und der Eigenbewegungen innerhalb des Organismus. Ebenfalls mit bloßen Händen kann er das gestörte Regelsystem – soweit möglich – verbessern und normalisieren, indem er muskuläre, bindegewebige und knöcherne Fehlfunktionen beseitigt.